Schwerpunkte meiner Arbeit

Meine grundlegend tiefenpsychologisch fundiert ausgerichtete Arbeit hat ihren besonderen Schwerpunkt in der Mentalisierungstheorie, wobei für diese wiederum die aktuelle Bindungsforschung von besonderer Bedeutung ist.


Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie

In der tiefenpsychologisch fundierten Arbeit begründet sich auf die Annahme, dass in uns allen psychodynamische Prozesse stattfinden, deren Ursachen für uns zu einem Teil im verborgenen Unbewussten liegen. Wir alle sind geleitet von Wünschen, Sehnsüchten, Motiven und Konflikten, die sich einerseits im „Hier und Jetzt“ erahnen lassen, deren Ursprünge sich jedoch andererseits oft nicht leicht verstehen lassen, insbesondere weil simple direkte Zusammenhänge fehlen. Individuelle Belastungen sind komplex und sind eng mit der eigenen Lebensgeschichte verbunden. Diese Komplexität gemeinsam zu erforschen und in Teilen einer verstehenden Ebene zuzuführen ist die besondere gemeinsame Herausforderung im therapeutischen Prozess. Mit der Annahme „alles hat einen Grund“ zielt die gemeinsame Arbeit auf eine Betrachtung der zugrunde liegenden Ursachen ab, um in dieser, psychische Konflikte und damit einhergehende Belastungen zu entschärfen. Eine wichtige Grundannahme in der therapeutischen Arbeit ist, dass Psyche und Körper eng miteinander verbunden sind.

Bindung

Die emotionale Verbindung von Menschen sorgt für Sicherheit und Wachstum. Eine stabile, verlässliche und liebevolle Beziehung von Kindern zu ihren Bezugspersonen beginnt bereits vorgeburtlich und ist eine grundlegende Voraussetzung für die Entwicklung eines stabilen Selbst nach der Geburt und im weiteren Verlauf. Je jünger ein Kind ist, desto fragiler und angreifbarer ist die sich noch ausbildende Stabilität des Bindungssystems. Erst eine funktionierende Bindung, mit Vertrauen in die, mit dem Kind in Bezug stehenden Personen (epistemisches Vertrauen) befähigt das Kind zu einer explorierenden, von Neugierde geprägten Haltung zur Welt, ermöglicht soziales Lernen und führt zu einer gesunden Entwicklung auf unterschiedlichsten Ebenen. Sie (die funktionierende Bindung) erlaubt die Bewältigung von Lebenskrisen, prägt unsere Fähigkeit, im Verlauf unseres Lebens selbst gute Beziehungen einzugehen zu können und wirkt sich bis ins hohe Alter auf alle Lebensbereiche aus. Die entstehenden innere Arbeitsmodelle (z.B. Vorstellungen von sich, Anderen und Erwartungen) sind hierbei flexibel und werden mit jeder neuen Bindungserfahrung neu modelliert. 

Mentalisieren

Eine allgemeingültige Definition für den Begriff des Mentalisierens zu finden erscheint schwierig. Grundlage ist, das Erfassen mentaler Zustände im Gegenüber sowie das Bewusstwerden eigener mentaler Zustände. Mentalisieren kann hierbei, sowohl direkt in der Situation, also prozessorientiert, als auch in einer anschließenden Reflexion stattfinden. Grundsätzlich werden vier Möglichkeiten des Mentalisierens gegenübergestellt. Diese sind: kognitives vs. affektives Mentalisieren, innenorientiertes vs. außenorientiertes Mentalisieren, automatisches vs. kontrolliertes Mentalisieren sowie fremdorientiertes vs. selbstorientiertes Mentalisieren. Im Falle eines längerfristigen Ungleichgewichts zwischen einzelnen Bereichen führt dies zu innerpsychischen Spannungen, so dass in der Psychotherapie ein Gleichgewicht angestrebt wird, indem besonders vernachlässigte Bereiche fokussiert werden.  

Ein Mentalisierungsprozess unterscheidet sich deutlich z.B. von Empathie oder das Hineinversetzen in eine andere Person, bei denen der Fokus auf den eigene aktive Anteil eine deutlich geringere Rolle spielt.

Die Fähigkeit zum Mentalisieren reift in der frühen Kindheit (ca. bis zum fünften/sechsten Lebensjahr) und wird in verschiedene Entwicklungsstufen unterteilt.