Gruppentherapie
Besonders für Jugendliche und junge Erwachsene kann eine Gruppentherapie helfen. In einer Gruppe ist es möglich in einem sicheren Raum neue Erfahrungen zu sammeln, Fehler zu machen und daraus zu lernen. In der Gruppe können Beziehungen anders gestaltet und ausprobiert werden, was in der Einzeltherapie nicht immer möglich ist. Es entsteht das Gefühl, nicht allein mit seinen Problemen zu sein, und man lernt, wie andere mit ähnlichen Situationen umgehen.
„Sprich, damit ich dich sehe.“
Sokrates
ÜBER SCHWIERIGE THEMEN SPRECHEN
In der Gruppe kann man offen über schwierige Alltagssituationen und auch über größere Probleme sprechen. Alle Teilnehmenden verpflichten sich, die Schweigepflicht zu wahren, sodass sich alle sicher fühlen können. Rückmeldungen aus der Gruppe und vom Therapeuten helfen, das eigene Selbstbewusstsein zu stärken und neue Wege zu finden, das Erlebte in den Alltag zu integrieren.
WIE FUNKTIONIERT DIE GRUPPE?
Die Gruppe ist geschlossen, das bedeutet, dass die Teilnehmenden über einen längeren Zeitraum (60 Sitzungen à 100 Minuten) einmal pro Woche zu einem festen Termin zusammenkommen. Der Einstieg wird vorher mit dem Therapeuten besprochen, um sicherzustellen, dass alle gut vorbereitet sind. In regelmäßigen Abständen können auch die Bezugspersonen in einer parallelen Gruppe mit einbezogen werden, wenn die Teilnehmenden dies möchten.
WER KANN MITMACHEN?
Die Gruppe richtet sich an Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 19 Jahren. Sie ist für diejenigen gedacht, die Schwierigkeiten haben, soziale Kontakte zu knüpfen, häufig in Konflikte geraten, unter Zweifeln am eigenen Selbstwert leiden, innere Konflikte haben oder sich über längere Zeit belastet und niedergeschlagen fühlen.
BEZIEHUNGEN ALS SCHLÜSSEL ZUM SELBST
Beziehungen spielen eine zentrale Rolle in unserem Leben. In einer Gruppe können wir uns selbst besser verstehen, indem wir uns in anderen Menschen erkennen. Das hilft, Vorurteile und Ängste abzubauen. Schon von klein auf lernen wir, durch den Kontakt mit anderen zu wachsen und ein starkes Selbst aufzubauen.
DIE FOLGEN VON UNGÜNSTIGEN BEZIEHUNGEN
Wenn Beziehungen nicht gut laufen, kann das zu vielen Problemen führen. Es kann zu inneren Konflikten, Rückzug und Isolation kommen. Das kann die persönliche Entwicklung negativ beeinflussen und uns in eine schwierige Lage bringen.
MENTALISIEREN – SICH SELBST VON AUSSEN UND
SEIN GEGENÜBER VON INNEN SEHEN
Ein wichtiger Teil der Gruppenarbeit ist das „Mentalisieren“, also das Nachdenken über die Gedanken und Gefühle der anderen und auch über die eigenen. Dadurch kann man isolierende Gedanken überwinden und Vertrauen aufbauen – sowohl in die anderen als auch in sich selbst.
Zur Zeit gibt es offene Plätze.
ZUSAMMENFASSUNG
Gruppenleitung: Florin Sebastian Winkler, Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut, tiefenpsychologisch fundiert
Arbeitsweise: tiefenpsychologisch fundiert, mentalisierungsbasiert, bindungstheoretisch
Geplante Gruppengröße: 6–8 Personen
Alter: 16–19 Jahre
Gruppenform: feste Zusammensetzung
Durchführung: 60 x 100 Minuten
wöchentlich über ca. 1 ½ Jahre
Kosten: Eine Kostenübernahme kann bei gesetzlich Versicherten über die entsprechende Krankenkasse beantragt werden.
Symptomatiken/Themen:
- Schwierigkeiten in der sozialen Kontaktaufnahme ggf. mit Konflikten
- Innere Konflikte und Einordnung der eigenen Gefühle
- Anhaltendes Belastungsempfinden mit depressiver Symptomatik
Die Gruppe findet im Rahmen der Zusatzqualifikation des Therapeuten in "Gruppenpsychotherapie mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen“ statt (Simki Institut).
Bildnachweis: lemmono, saemilee – iStock.